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RNZ - Modellbahnen sind ihre Leidenschaft

Veröffentlicht: Mittwoch, 06. März 2019

Die RNZ besuchte die IG Modellbahn Neckarelz in ihrem Raum im Auguste-Pattberg-Gymnasium Neckarelz.

Modellbahn-Bauen ist ihr größtes Hobby: David Endlich (l.) und Sven Zänger von der IG Modellbahn Neckarelz. Schon seit 1981 tüfteln Neckarelzer Modellbahnfreunde im Keller des Auguste-Pattberg-Gymnasiums. Foto: Dominik Rechner

Modellbahn-Bauen ist ihr größtes Hobby: David Endlich (l.) und Sven Zänger von der IG Modellbahn Neckarelz. Schon seit 1981 tüfteln Neckarelzer Modellbahnfreunde im Keller des Auguste-Pattberg-Gymnasiums. Foto: Dominik Rechner

Von Dominik Rechner

Neckarelz. Hoch oben auf dem Hügel die mittelalterliche Szenerie: eine Burg, umgeben von kämpfenden Rittern und saftig grünen Nadelbäumen - darunter die moderne Infrastruktur mit Tunnel, in den Berg hineingebaut. Und da, plötzlich kommt er aus dem Dunkeln angeschossen: der Intercity-Zug, wie er heute die Menschen durch die Landschaften fährt. Es ist wohl gerade diese Freiheit, nicht nur an die Realität gebunden zu sein, sondern der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen - verbunden mit Eindrücken aus Landschaft und "echtem" Zugfahren , die die Modulanlagen der IG Modellbahn Neckarelz so besonders macht.

Angefangen hat alles im Jahr 1981 mit den ersten Projekttagen am Auguste-Pattberg-Gymnasium (APG). Studienassessor Gerd Kästel, der auch heute noch Mitglied der IG ist, bot das Thema "Modelleisenbahn" an. "Die Nachfrage übertraf meine kühnsten Erwartungen", sagt Kästel. Er schrieb alle Modellbahn- und Zubehör-Hersteller an und bat um Unterstützung. Auch hier wurde Kästel überrascht: Kleinere Modellbahnfabrikanten schickten große Pakete mit vielen Bausätzen. Als die Projekttage dann vorbei waren, habe niemand die Anlage abbauen wollen. "Jeden Tag traf sich ein harter Kern, um Betrieb zu machen." So entstand der Wunsch, eine ständige Modellbahn-AG einzurichten. Der Schulleiter stimmte zu, und die AG besteht bis heute als IG weiter. Vom 71-jährigen Gründer Gerd Kästel bis zum Siebtklässler ist nahezu jede Generation vertreten.

"Bei uns ist jeder willkommen, egal wie alt man ist oder woher man kommt", betonen die Mitglieder Gerd Kästel, Sven Zänger, Herwig Lichtenstern und David Endlich beim Besuch der RNZ im Modellbahnkeller hinter dem Fecht-Leistungszentrum im APG. Es wird schnell klar: Für die vier Männer ist das Modellbahn-Bauen kein normales Hobby - es ist eine Leidenschaft. Jeder von ihnen hat natürlich auch eine Anlage zu Hause, aber: "Die Faszination hier ist, dass man eine so große Anlage aufbauen kann, wie es daheim niemals möglich wäre", sagt Sven Zänger. Dazu komme die tolle Atmosphäre im Team, in dem jeder verschiedene Fähigkeiten miteinbringt.

Zänger ist gelernter Elektroniker und kann so sein Know-how bei den Modellbahnanlagen bestens einsetzen. Seit 2010 wird die größte Anlage der IG Stück für Stück von der alten Analogtechnik auf moderne Digitaltechnik ausgebaut. Bisher wurden über 2,3 Kilometer Kabel für die Steuerung verlegt.

David Endlich (20) und Sven Zänger (43) kennen sich bestens mit der Software aus, mit der man die Züge steuern kann. Manchmal nutzen sie aber auch einen digitalen Handregler, der an jedem vierten Modul eingestöpselt werden kann. "Man könnte auch ein Smartphone oder Tablet verwenden. Aber am besten bedient es sich mit einem echten Drehknopf und echten Tasten", sind sich Zänger und Endlich einig.

Die Älteren wie Gerd Kästel und Herwig Lichtenstern bereichern dagegen mit ihrer Erfahrung, Herstellerkenntnissen sowie handwerklichem Geschick das Team. Herwig Lichtenstern (68) macht das Tüfteln im Modellbahnkeller nach über 30 Jahren als Mitglied immer noch so viel Spaß, dass er jeden Freitag zwei Stunden aus Oftersheim anreist.

Das Herzstück der IG Modellbahn bildet die große Modulanlage im Maßstab 1:87. Schon 1996 wurde mit dem Bau begonnen, und bis heute werden immer wieder neue Elemente dazugebaut. Züge haben die Modellbahnbauer früher viele von Herstellern gespendet bekommen, mittlerweile müssen sie aber die meisten selbst kaufen. Und bei den Elektronikteilen kann Sven Zänger oft auf aussortierte Teile seiner Firma zurückgreifen.

Stolze 180 Meter ist die Strecke lang. Zwischen 30 und 40 Züge sind im Sortiment - vom historischen Dampfzug bis zum ICE. Für einen abwechslungsreichen Zugbetrieb sorgt der "Zugspeicher", ein Schattenbahnhof, in dem bis zu 24 Züge abgestellt werden können.

Zwischen den Bahnhöfen und Wendeschleifen sind jede Menge Streckenmodule eingebaut. Die vielen Themengebiete bringen Leben in die Modelllandschaft. So werden unter anderem der Gipsabbau im Steinbruch, ein Grillfest in den Weinbergen, die Fahrt über eine tiefe Schlucht, das Entspannen im Biergarten, die Fahrt entlang eines Hochmoors oder das Landleben auf dem Bauernhof dargestellt. Für die Öffentlichkeit in ihrer ganzen Schönheit zu sehen gibt es dieses und auch weitere Anlagen der IG Modellbahn ein- bis zweimal im Jahr, wenn die acht Modellbahnler auf Ausstellung gehen.

Info: Die IG Modellbahn trifft sich jeden Freitag von 17 bis 20 Uhr im Keller hinter dem Fechtleistungszentrum im Auguste-Pattberg-Gymnasium. Alle Interessierten sind willkommen.

© Rhein-Neckar-Zeitung, Original-Link

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